Region Nordschwarzwald reicht Wettbewerbsbeitrag für RegioWIN 2030 ein

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Im Rahmen von RegioWIN 2030 wurden die Regionen in Baden-Württemberg eingeladen, ihre Zukunftsstrategien aufzuzeigen und umsetzungsreife Leuchtturmprojekte im Bereich Innovation und Nachhaltigkeit zu entwickeln. Der Wettbewerb ist eingebettet in die Vergabe von Fördermitteln der Europäischen Union mit dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Erstmals wurde der Wettbewerb "Regionale Wettbewerbsfähigkeit durch Innovation und Nachhaltigkeit –  RegioWIN" für die EFRE-Förderperiode von 2014-2020 ins Leben gerufen. Die Region Nordschwarzwald wurde in der vergangenen Förderperiode mit dem Motto "Spitzenregion der Präzisionstechnik und der nachhaltigen Werkstoffe" als GEWINNER-Region ausgezeichnet und zwei prämierte Leuchtturmprojekte (das Zentrum für Präzisionstechnik (ZPT) und RegioHOLZ) wurden aus Mitteln der EU und des Landes finanziell gefördert.

Auch für die Neuauflage des Wettbewerbs, der als „RegioWIN 2030“ ausgerufen wurde, hat sich die Region Nordschwarzwald unter der Federführung der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald (WFG) erneut beworben. Als Lead-Partner koordinierte die WFG seit über einem Jahr den gesamten Prozess, unterstützte dabei die Entwicklung von Projekten und brachte mit dem Mandat der Region auch eigene konkrete Projektüberlegungen mit ein. Das Bewerbungskonzept des Nordschwarzwalds: Erfolgreiche Gestaltung von Transformationsprozessen in strukturverändernden Innovationsfeldern.

In Zusammenarbeit mit über 50 beteiligten AkteurInnen aus der Region, unterstützt von den Dienstleistern Dr. Rüdiger Werp, Atrineo AG und Luc Schmerber, wurde ein regionales Entwicklungskonzept erarbeitet. Ergänzt wird der Wettbewerbsbeitrag durch drei konkrete Leuchtturm- und fünf Schlüsselprojekte, die zur nachhaltigen Verbesserung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit beitragen können und zur Umsetzung eine finanzielle Förderung benötigen. Klares Ziel der Region ist es, aus diesem Fördertopf Mittel in Millionenhöhe für Innovation und Wissenstransfer in den Nordschwarzwald zu holen.

Die drei eingereichten Leuchtturmprojekte mit einem jeweiligen Projektvolumen zwischen 8 und 12,5 Mio. € werden auf Landesebene durch eine Jury bewertet; sie wurden zuvor vom Aufsichtsrat der WFG in eine Rangfolge gebracht. Alle Projekte befördern den Anspruch und Notwendigkeit, die regionalen Forschungskapazitäten und die Innovationsfähigkeit in den strukturverändernden Innovationsfeldern zu steigern – somit überaus attraktive und anspruchsvolle Projektvorhaben, die dazu beitragen können, die Region Nordschwarzwald zukunftsfähiger, für Unternehmen noch attraktiver und für Fach- und Führungskräfte noch lebenswerter und interessanter zu machen.

Mit der abschließenden Unterschrift auf den Bewerbungsunterlagen brachte WFG-Geschäftsführer Jochen Protzer das über 200 Seiten umfassende Paket aus dem Nordschwarzwald auf den Weg. Jetzt gilt es, Daumen zu drücken und sich bis zum 15.04.2021 zu gedulden, denn dann werden alle prämierten Projekte bekannt gegeben. Es winken Förderungen in Millionenhöhe. Der Vorsitzende des WFG-Aufsichtsrats, Landrat Helmut Riegger betont: „Mit den in Aussicht gestellten Fördermöglichkeiten eröffnet RegioWIN hervorragende Chancen und Möglichkeiten, den Nordschwarzwald als innovativen, attraktiven Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort weiter zu stärken. Im gesamten Wettbewerbsbeitrag steckt sehr viel Arbeit und ich bin zuversichtlich, dass wir die Jury auf Landesebene überzeugen können.“

 

Die Zusammenfassung des Wettbewerbskonzept finden Sie hier: https://www.nordschwarzwald.de/regiowin-2030.html

 

Zu den drei Leuchtturmprojekten

IZWW - Innovationszentrum Wissenschaft & Wirtschaft Nordschwarzwald (Lead: Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald und Hochschule Pforzheim)

Die langfristige Etablierung eines unabhängigen, außeruniversitären Innovationszentrums in der Region Nordschwarzwald hat zum Ziel, Innovationsfähigkeiten und Forschungskapazitäten zu fördern und den Wissens- und Technologietransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft intensiv voranzutreiben. Dazu wird eine attraktive Plattform für die Initiierung und Umsetzung von inter- und transdisziplinären angewandten und wirtschaftsnahen Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprojekten im Bereich von Zukunftstechnologien in der Region geschaffen werden - vorrangig zur Nutzbarmachung der Potenziale der Digitalisierung für Nachhaltigkeit und zur nachhaltigen Gestaltung der Digitalisierung sowie zur Förderung von Innovationen für mehr Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz. Folgende drei Leitprojekte sollen zunächst realisiert werden:

  • Die ultraeffiziente Transferfabrik für Permanentmagnete auf Basis seltener Erdmetalle initiiert Kooperationsprojekte mit regionalen Unternehmen zum Know-how Übertrag in der gesamten Wertschöpfungskette der Herstellung und Wiederverwertung von Seltenerdmagneten für diverse Hochleistungsanwendungen. Auf Basis bestehender Kenntnisse der Magnetfertigung aus Primärmaterial sowie den Ergebnissen der Forschungsprojekte Remanence, REProMag, MaXycle und SUSMAGPRO können etwa regionale Automobilzulieferer das notwendige Wissen erwerben, um insbesondere Teile für die Elektromobilität zu fertigen.“
  • Die Plastics Body of Knowledge entwickelt am Standort Horb die Wissensbasis für eine nachhaltige Kunststoffproduktion und -verwertung im Sinne des European Green Deals.
  • Ein virtuelles Unternehmensnetzwerk Nordschwarzwald für geschlossene Kreisläufe und Ressourceneffizienz unterstützt die Entwicklung der Region Nordschwarzwald zu einer beispielgebenden, virtuellen „Circular Economy und Ressourceneffizienz“-Modellregion.

 

H2BlackForest - Forschungszentrum für biointelligente Wasserstoff-Kreislaufwirtschaft im Schwarzwald (Lead: Campus Schwarzwald, Freudenstadt)

Der Campus Schwarzwald ist Zentrum für Lehre, Forschung und Technologietransfer im Maschinenbau und der produzierenden Industrie. Das Leuchtturmprojekt H2BlackForest mit seinem Living Lab stellt eine FuE-Plattform bereit und umfasst u.a. Modellierungs- und Simulationslabore, Versuchsanlagen zur Erprobung von Verfahren sowie zur Realisierung einer biointelligenten Wasserstoff-Kreislaufwirtschaft. Im Endausbau soll die anwendungsorientierte außeruniversitäre Forschung am Standort Freudenstadt mit einer dauerhaften Außenstelle des Fraunhofer-Instituts IPA verstetigt werden. Ziel ist es, eine Modellregion für die nachhaltige Entwicklung einer CO2-neutralen Energieversorgung durch die biotische H2-Erzeugung und Nutzung in der Region Nordschwarzwald zu schaffen.

 

Up Cycling Plus – Grüne Land- und Energiewirtschaft durch Upcycling von biogenen Reststoffen (Lead: Stadtwerke Mühlacker)

Das Projekt Up-Cycling-Plus schließt den landwirtschaftlichen Nährstoffkreislauf nachhaltig, indem in einem innovativen Core-Cycle Gülle und Gärreste in ihre Bestandteile zerlegt werden. Daraus werden reine Rohstoffe gewonnen, die vermarktbar sind. Der Core Cycle- Demonstrator ist die Grundlage für die weiteren Up Cycling-Schritte des Vorhabens und die damit verbundene Erschließung neuer, hochwertiger Verwertungskreisläufe. Der Demonstrator wird nach der Fertigstellung im Rahmen des Projekts getestet, betrieben und der interessierten Öffentlichkeit vorgeführt.

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