Der Arbeitsmarkt im Januar 2020

|Arbeitswelt und Beruf

Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim ist von Dezember auf Januar um 1226 oder 11,3 Prozent auf 12107 gestiegen. Erstmals seit Januar 2015 lag die Arbeitslosigkeit am Jahresbeginn wieder über dem Vorjahreswert und zwar um 939 oder 8,4 Prozent.

Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen - liegt jetzt bei 3,5 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte höher als im Dezember. Im Januar 2019 lag sie bei 3,3 Prozent.
Auch in diesem Jahr hat das Ende des Weihnachtsgeschäftes im Einzel- und Versandhandel, das Auslaufen befristeter Arbeitsverträge zum Jahresende sowie der Kündigungstermin zum Quartalsende im Angestelltenbereich zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit im Nordschwarzwald geführt. Zudem konnte aufgrund der frostigen Temperaturen der letzten Wochen, trotz guter Auf-tragslage, auf Baustellen sowie in der Land- und Forstwirtschaft teilweise nicht gearbeitet werden. In diesen witterungsabhängigen Branchen trennen sich die Arbeitgeber im Winter für kurze Zeit von ihren Mitarbeitern, die dann vorübergehend arbeitslos werden.
Für die kommenden Monate ist jedoch weiterhin von einer stabilen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt auszugehen. Mit Blick auf Fachkräfteengpässe sind die Unternehmen mit Entlassungen auch in Zeiten rückläufiger Aufträge zurückhaltend und nutzen beispielsweise auch das Instrument Kurzarbeit. Al-lerdings ist es schwieriger geworden, aus Arbeitslosigkeit heraus wieder in Beschäftigung zu kommen. Dies gilt besonders für Un- und Angelernte ohne formale Qualifikation, für die es immer weniger passende Beschäftigungsmög-lichkeiten gibt. „Mit unseren lebensbegleitenden Beratungs- und Förderange-boten wollen wir daher alle An- und Ungelernten, insbesondere auch die Be-schäftigten, motivieren, einen Berufsabschluss nachzuholen“, so Martina Lehmann, Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim.
Der Arbeitskräftebedarf ist, bedingt durch die Feiertage zum Jahreswechsel und den Betriebsferien im Januar, etwas zurückgegangen. Insgesamt wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 1000 freie Stellen gemeldet, 98 oder 8,9 Prozent weniger als im Vormonat und zehn oder 1,0 Prozent weniger als im Januar des Vorjahres.

Arbeitslose
Im Januar meldeten sich insgesamt 3790 Männer und Frauen neu oder erneut arbeitslos. Das waren 819 oder 27,6 Prozent mehr als im Januar 2019. Im gleichen Zeitraum konnten 2560 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 234 oder 8,4 Prozent weniger als im Vormonat.
 
Da hauptsächlich Männer in den witterungsabhängigen Außenberufen tätig sind, ist in den letzten vier Wochen insbesondere die Zahl der arbeitslosen Männer gestiegen, und zwar um 809 oder 13,4 Prozent auf 6826. Die Zahl der arbeitslosen Frauen erhöhte sich dagegen von Dezember auf Januar nur um 417 oder 8,6 Prozent auf 5281.

Entwicklung nach Rechtskreisen
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen ist im Januar unterschiedlich verlaufen. Während im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechts-kreis SGB III) im Vergleich zum Vormonat ein deutlicher Anstieg um 957 oder 16,2 Prozent auf 6870 Arbeitslose zu verzeichnen war, stieg die Zahl der Arbeitslosen im SGB II-Bereich (Hartz IV) gegenüber Dezember nur um 269 oder 5,4 Prozent auf 5237.

Regionale Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellenbezirken
Unter den sieben Geschäftsstellen der Arbeitsagentur Nagold-Pforzheim hat Mühlacker mit 2,7 Prozent den besten Wert. Es folgen Calw mit 2,8 Prozent, Nagold mit 3,1 Prozent, Horb mit 3,2 Prozent, Freudenstadt mit 3,3 Prozent, Bad Wildbad mit 4,0 Prozent und Pforzheim mit 4,2 Prozent.

Entwicklung in den Landkreisen und der Stadt Pforzheim
Die unterschiedlichen Strukturen innerhalb des Agenturbezirkes haben auch im Januar zu einer großen Bandbreite der Arbeitslosenquoten geführt. Sie liegt zwischen 2,6 Prozent im Enzkreis und 6,0 Prozent im Stadtkreis Pforzheim.

Landkreis Calw
Die Arbeitslosenquote hat sich im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent erhöht. Im Januar 2019 lag sie ebenfalls bei 3,1 Prozent. Insgesamt waren 2849 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 1778 (62,4 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1071 (37,6 Prozent) in der Grundsicherung. Im Januar wurden 235 Stellenangebote gemeldet. Das waren 62 oder 20,9 Prozent weniger als im Vormonat und 75 oder 24,2 Prozent weniger als im Januar 2019. Derzeit sind 1082 offene Stellenangebote im Bestand, 136 oder 11,2 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Enzkreis
Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 2,6 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Im Januar 2019 lag sie bei 2,4 Prozent. Damit belegt der Enz-kreis, gemeinsam mit dem Hohenlohe- und dem Alb-Donau-Kreis sowie dem Kreis Ravensburg, Platz zwei in Baden-Württemberg. Besser platziert ist nur der Kreis Bi-berach (2,2 Prozent).
Insgesamt waren 2908 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, davon 1900 (66,3 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1008 (34,7 Prozent) in der Grundsicherung. Im Januar wurden 238 Stellenangebote gemeldet. Das waren acht oder 3,3 Prozent weniger als im Vormonat aber 46 oder 24,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit sind 1002 offene Stellenangebote im Bestand, 231 oder 18,7 Prozent weniger als im Januar 2019.
 
Landkreis Freudenstadt
Die Arbeitslosenquote hat sich im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent erhöht. Vor einem Jahr lag sie bei 2,9 Prozent. Insgesamt waren 2258 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 1358 (60,1 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 900 (39,9 Prozent) in der Grundsicherung. Im Januar wurden 254 Stellenangebote gemeldet. Das waren 86 oder 25,3 Prozent weniger als im Vormo-nat und 56 oder 18,1 Prozent weniger als im Januar 2019. Aktuell sind 1286 offene Stellenangebote im Bestand, 50 oder 3,7 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Stadt Pforzheim
Die Arbeitslosenquote ist von Dezember auf Januar um 0,6 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr lag sie bei 5,7 Prozent. Damit bleibt Pforzheim, vor Mannheim (6,2 Prozent), weiter auf dem vorletzten Platz unter allen 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg.
Insgesamt waren 4092 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 1834 (44,8 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 2258 (56,2 Prozent) in der Grundsicherung. Im Januar wurden 273 Stellenangebote gemeldet. Das waren 58 oder 27,0 Prozent mehr als im Vormonat und 75 oder 37,9 Prozent mehr als im Januar 2019. Derzeit sind 938 offene Stellenangebote im Bestand, 178 oder 15,9 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Stellenmarkt
Im Januar waren bei der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 4308 offene Stellen gemeldet, 595 oder 12,1 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Folgende weitere Informationen stehen Ihnen zur Verfügung:

Text und Bildnachweis: Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim

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