Erfolgreiche Premiere des Digital Start-up Evening Nordschwarzwald

|Arbeitswelt und Beruf
Carina Brunner, Moritz Geppert
Carina Brunner, Thomas Schönbucher
Jochen Protzer

Mit dem „Digital Start-up Evening Nordschwarzwald“ stellt das Start-up Ökosystem Nordschwarzwald ein neues attraktives Format vor, um Gründungsinteressierte mit Gründern, Investoren und Gründungsunterstützern aus der Region Nordschwarzwald zusammen zu führen. Der digitale Start-up Evening sieht sich als eine Corona bedingte digitale Weiterentwicklung der Start-up Night Nordschwarzwald, die für großes Interesse in der Gründerszene sorgte.

Thomas Schönbucher, Mitgründer und Geschäftsführer des Kunststoffspritzguss-Spezialisten Priomold GmbH aus Schömberg, begrüßte die Teilnehmer aus dem Studio des Digital Hub Pforzheim/Enzkreis und freute sich über 100 angemeldete Interessierte. Er wertete die hohe Anzahl an Teilnehmern als Zeichen dafür, mit dem Veranstaltungsformat den hohen Bedarf an Austausch- und Netzwerkmöglichkeiten getroffen zu haben.

Im Anschluss übergab er die Moderation des in bewusst lockerer Atmosphäre gehaltenen Abends an Carina Brunner, Geschäftsführerin der Geschenkagentur FARFALLINA in Birkenfeld. Aufgrund ihrer eigenen Gründungserfahrung und als Kreissprecherin der Wirtschaftsjunioren Nordschwarzwald weiß sie genau um die Probleme und Herausforderungen von ExistenzgründerInnen und erwartet – trotz Corona – einen Gründungsboom für die nächsten 24 Monate. Warum gerade jetzt? Zum einen hätten die Menschen im Lockdown mehr Zeit zum Nachdenken, bestehende Probleme werden offensichtlicher und gerade kleine Unternehmen nutzen den Moment für innovative und kreative Ideen, so Brunner.

Den Auftakt des spannenden und abwechslungsreichen Programms des Digital Start-up Evenings machte der charismatische Keynote-Speaker und Unternehmer Moritz Geppert. Er zeigte die Bedeutung der richtigen Positionierung eines Unternehmens auf und gab konkrete Tipps, wie man als Start-up gegebene Voraussetzungen bestmöglich nutzt, um seine Geschäftsidee oder sein Unternehmen optimal zu platzieren: Eine Nische suchen und sich dafür spezialisieren und somit lukrativer machen; Problemlöser sein, indem man sich in die Köpfe der Zielgruppe hineindenkt und bedarfsgerechte Innovationen schafft; Tools wie Marketing und Werbung auf die vorhandene Positionierung für höchste Effizienz und möglichst wenig Streuverlust ausrichten und schließlich den Nutzen kommunizieren. Unter dem Strich: Problemlösungen finden und ein Business daraus machen.

Fünf erfolgreiche Start-up GründerInnen erzählten im Anschluss ihre Gründungsgeschichte, gaben Tipps und gingen auf besondere Herausforderungen und Erfahrungen ein:

Silke Gehrig von Sehenswert Optik aus Pforzheim-Büchenbronn skizzierte ihren Weg in die Selbständigkeit am Beispiel von Bausteinen: Ihre Ziele wie Unabhängigkeit, Flexibilität, eine ausgeglichene Work-Life-Balance und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erreichte sie in mehreren Etappen, die zwar von Zweifeln, Unsicherheiten, aber auch von Ehrgeiz und Durchhaltevermögen geprägt waren. Den GründerInnen legte sie explizit das Start-up Ökosystem ans Herz, welches mit seinen kompetenten Ansprechpartnern beste Möglichkeiten bietet, das richtige Wissen und hilfreiche Informationen zu erhalten.

Helmut Burger von Jimbu „Freude am Campingaus Knittlingen startete seine Selbständigkeit zuerst im Nebenerwerb und hält diesen Weg auch für andere NeugründerInnen für oftmals geeignet. Aus dem bestehenden Job heraus könne man Möglichkeiten und Entwicklungen prüfen. Burger gab jede Menge Tipps: Eine strukturierte Vorgehensweise sei ebenso wichtig wie Aufgaben zu an die zu delegieren, die etwas besser können. Als „Macher durch und durch“ hat er heute 24 Mitarbeiter und sieht Kontakte und Netzwerken als das wertvollste Tool, das es für ExistenzgründerInnen gibt. Bewusst wählte er für sein Unternehmen den Standort Nordschwarzwald aufgrund der hervorragenden Infrastruktur. Dass für die Selbstständigkeit eine robuste Konstitution hilfreich ist, wurde unfreiwillig deutlich, als er einen dicken Verband an seinem Arm in die  Kamera hielt.

Mittelmaß ist nicht gut genug – so das Credo von Damir Vuckovac aus Pforzheim, der seine Firma E-xplosion im Jahr 2012 gründete. Ohne Investoren, aber mit einem Gründungskredit wuchs das Unternehmen schnell und zeigt heute mit 3 Online Shops und 6 stationären Filialen eine starke Multi-Channel Präsenz im Sportsektor. Vuckovac bestätigte die These einer guten Positionierung von Moritz Geppert und berichtete, dass neben dem Fokus auf ausgezeichnetem Service und hoher Fachkompetenz eine ständige Weiterentwicklung unabdingbar sei, um konkurrenzfähig zu bleiben. Das A und O für ein erfolgreiches Unternehmen seien zudem die Mitarbeiter, nur gemeinsam als Team könne man Krisen und Herausforderungen meistern.

Mit ihrem Label Hesa Design erfüllte sich die studierte Design-Ingenieurin Theresa Föhrenbacher aus Waldbronn den Traum der Selbständigkeit. Mit ihren Taschenkreationen legt sie größten Wert auf Nachhaltigkeit in Verbindung mit Handwerkskunst und setzt höchste Ansprüche an Qualität und Einzigartigkeit im Design. Sie betonte, dass insbesondere in der Anfangszeit eine enge Vernetzung extrem wichtig sei. Zudem böten Existenzgründerseminare und Gründersprechtage gute Möglichkeiten, seine eigenen Ideen zu präsentieren und Unterstützer zu finden.

Als „Fleischsommelier“ bezeichnet sich Timo Scheytt von der Metzgerei Bossert-Scheytt selbstbewusst. Er hat vor 2 Jahren ein Traditionsgeschäft in Mühlacker übernommen und inzwischen neu aufgestellt. Der Firmengründer durch Übernahme sieht sich vor ähnliche Herausforderungen gestellt wie NeugründerInnen und legt sein Augenmerk auf Top Qualität, eigene Herstellung, Regionalität sowie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Tradition schließt Innovation nicht aus – so seine Überzeugung. Es gilt, Alleinstellungsmerkmale zu schaffen, eine Nische zu besetzen und dadurch seine Kunden zu binden. So hat er in seiner Metzgerei auch für „eingefleischte“ Vegetarier immer ein Schmankerl parat – aktuell leckere Apfelmaultaschen, die den Zuhörern das Wasser im Mund zusammenlaufen ließen, als er die Zubereitung anschaulich beschrieb. 

Während und nach den Start-up-Impulsen konnten sich die Gäste untereinander in moderierten Chatrooms vernetzen, Fragen stellen und sich intensiv austauschen. In seinem Schlusswort fasste Jochen Protzer, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald, den Nutzen des neuen digitalen Formats zusammen:Wir setzen mit dem Digital Start-up Evening Nordschwarzwald, bei dem Unternehmen, Start-ups, potentielle Gründer und Interessierte miteinander ins Gespräch kommen, gerade jetzt in Corona Zeiten ein Zeichen und unterstützen Gründungsinteressierte in der Region ganz gezielt“. Als weitere Unterstützungsmöglichkeiten für GründerInnen verwies er auf die Angebote der Wirtschaftsförderung, beispielsweise den Digital Hub an den drei Standorten Pforzheim.

 

Mit der Start-up Night Nordschwarzwald am 23. Juli 2021 am Beach 21 in Nagold ist die nächste Veranstaltung des Start-up Ökosystems bereits in Planung.

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