Landrat Riegger übt Kritik am Vertragsabschluss „Gigabit Region Stuttgart“

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Die heutige Vertragsunterzeichnung zwischen der Region Stuttgart und der Telekom zum milliardenschweren Projekt „Gigabit Region Stuttgart“ nimmt Landrat Helmut Riegger zum Anlass, seinen Unmut über das strategische Vorgehen der Telekom zu äußern. „Während die Telekom 1,1 Milliarden Euro in den Ausbau des Glasfasernetzes der Region Stuttgart investiert, geht der ländliche Raum mal wieder leer aus“, so der verärgerte Kreischef aus Calw. Damit signalisiert die Telekom, dass sie kein Interesse am ländlichen Raum hat, obwohl über die Hälfte unserer Bevölkerung in ländlichen Regionen lebt und hier viele mittelständische Unternehmen angesiedelt sind.

Als Vertreter der Region Nordschwarzwald missfällt Riegger, dass die Telekom nicht gewillt ist, auch abseits der Ballungsräume für eine flächendeckende Digitalisierung zu sorgen. Und dies betrifft nicht nur den Breitbandausbau, sondern auch die Mobilfunkversorgung. „Wir im Nordschwarzwald wären froh, wenn es eine flächendeckende Mobilfunkversorgung mit dem 4G-Standard gäbe, während in der Region Stuttgart ein Vertrag zur neuesten 5G-Mobilfunktechnologie abgeschlossen wird.“ Riegger moniert ferner: „Stattdessen gibt es in der Region Nordschwarzwald noch so viele „weiße Flecken“, dass ich unterwegs im Auto fast nie ein Telefonat zu Ende führen kann, weil ich dann regelmäßig in einem Funkloch verschwinde.“ Dieses deutliche Stadt-Land-Gefälle führt nach Ansicht von Landrat Riegger dazu, dass sich nicht nur die junge Generation im ländlichen Raum schnell abgehängt fühlt.

Damit dies im Landkreis Calw nicht passiert und weil Landrat Riegger ein Verfechter für gleichwertige Lebensverhältnisse in urbanen wie ländlichen Räumen ist, hat er schon vor zwei Jahren eine Breitbandinitiative ins Leben gerufen und ein landkreisweites Glasfaser-Backbone-Netz in Auftrag gegeben. Der Eigenbetrieb Breitband des Landkreises Calw verfügt deshalb heute schon über ein mehr als 400 Kilometer langes Backbone-Netz und erste Kreiskommunen sind mit ihrer innerörtlichen Erschließung schon so weit, dass ein Glasfaseranschluss bis ans Haus verlegt wird. Beim kreisweiten Glasfaserausbau hat der Landkreis insbesondere Wert darauf gelegt, auch Funkmasten mit Glasfaser zu erschließen, um damit die Grundlage für einen 5G-Netzausbau zu schaffen.

Text- und Bildnachweis: Landkreis Calw

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