Nordschwarzwald auf der Internationalen Grünen Woche

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Ein Förderprojekt des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) machte es möglich: Der Nordschwarzwald präsentierte sich gemeinsam mit zwei Partnerregionen auf der Internationalen Grünen Woche 2018 in Berlin. Ziel des Auftritts in der Bundeshauptstadt war es für den Ländlichen Raum als attraktiven Wohn- und Arbeitsort mit enormer Lebensqualität zu werben.


Ein Förderprojekt des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) machte es möglich: Der Nordschwarzwald präsentierte sich gemeinsam mit zwei Partnerregionen auf der Internationalen Grünen Woche 2018 in Berlin. Ziel des Auftritts in der Bundeshauptstadt war es für den Ländlichen Raum als attraktiven Wohn- und Arbeitsort mit enormer Lebensqualität zu werben.

Die Bilder ähneln sich: Die Regionen Nordschwarzwald und Südwestfalen sowie die Ems-Achse, im äußersten Nordwesten Deutschlands, sind Ländliche Räume, glänzen mit einer hervorragenden wirtschaftlichen Entwicklung, besitzen jedoch auch die gleichen Problemzonen. „Kaum einer sieht unsere Regionen als hochdynamische und prosperierende Landstriche, was sie jedoch definitiv sind“, beschrieb Dr. Dirk Lüerßen von der Ems-Achse das Kardinalproblem. Die Idee für die großangelegte Marketing-Offensive in der Bundeshauptstadt als konzertierte Initiative dreier vollkommen unterschiedlicher und über ganz Deutschland verteilter Regionen entstand im Oktober 2017 auf der Expo Real, der weltweit größten Messe für Gewerbeimmobilien und Projektentwicklung in München.

Bei einem lockeren Vier-Augen-Gespräch spannen Dirk Lüerßen von der Ems-Achse und Jochen Protzer, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald (WFG) die Idee eines bundesländerübergreifenden Joint Ventures in Sachen Außendarstellung ihrer Regionen und insbesondere deren Wirtschaftskraft. Dringend benötigte Fachkräfte für die Unternehmen sollten als Zielgruppen im Fokus der Präsentation stehen.
Die Internationale Grüne Woche gilt als weltweit größte Messe mit Fokus auf Ländliche Räume, die sowohl an Konsumenten als auch an ein globales Fachpublikum adressiert. Mit einem interaktiven Spiel über bemerkenswerte Fakten, reichlich besucherorientierter Kommunikation, Fach- und Expertengesprächen sowie Beteiligung bei Foren und Veranstaltungen setzten sich die drei Regionen sehr erfolgreich auf dem internationalen Parkett in Szene. Finanziell unterstützt wurde der Messeauftritt in Berlin vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen einer Bundesinitiative Ländliche Entwicklung.


„Die IGW ist weit mehr als eine reine Präsentationsplattform. Wir nutzten den Auftritt vor einem internationalen Publikum auch als Experimentierfeld in Sachen Standort- und Regionalmarketing zur Weiterentwicklung unserer Aktivitäten“, beschrieb WFG-Chef Protzer die Zielrichtung. Der Andrang am attraktiven Messestand überraschte Jochen Protzer und das Stand-Team aus den drei Regionen. „Die Besucher waren überrascht, was speziell der Nordschwarzwald zu bieten hat und überaus interessiert an Unternehmen und den beruflichen Chancen in Südwestdeutschland“, beschreibt WFG-Geschäftsführer Protzer seine Erfahrungen. Als vollen Erfolg und gelungene Darstellung der Region bewertete auch der WFG-Fachbeiratsvorsitzende und Horber Wirtschaftsförderer Axel Blochwitz den Auftritt des Nordschwarzwalds bei einem Fachgespräch mit Friedlinde Gurr-Hirsch, der Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum Baden-Württemberg am Stand der Region.


Die Erkenntnisse aus Berlin sind nicht neu, aber nichtsdestotrotz aufschlussreich: Viele Menschen aus urbanen Regionen würden zwar sehr gerne auf dem Land leben, sehen dort jedoch primär die Themen Logistik und Versorgung im Alter als überaus kritisch. „Wir werden auch nach der IGW keine Patentrezepte entwickeln können, um Menschen verstärkt aufs Land zu locken, aber wir haben gute Ansätze erhalten, wie wir die Region Nordschwarzwald auch bei potentiellen Investoren und Fachkräften präsentieren müssen, um sie im internationalen Wettbewerb der Regionen optimal zu platzieren“, resümierte Jochen Protzer.


Fakt nach über einer Woche IGW ist, die konzertierte Darstellung der Ländlichen Regionen hatte sich hervorragend bewährt. „Alleine hätten wir einen derartigen Auftritt niemals gestemmt bekommen“, bekennt Nadine Kaiser, die als stellvertretende Geschäftsführerin die Region in Berlin vertrat. Für Dirk Lüerßen, den geistigen Vater des Kooperationsprojekts ist klar, dass die IGW-Präsentation nur ein Auftakt gewesen sein kann. „Um wirklich wahrgenommen zu werden, müssen die ländlichen Regionen bundesweit stärker zusammenarbeiten und lauter werden“, beschreibt der rührige Ostfriese die Marschrichtung. Wenn es nach dem Geschäftsführer der Ems-Achse geht, muss es nicht bei dem engagierten Dreier-Gespann bleiben: „Wir suchen noch Regionen mit einer ähnlichen Wirtschaftsstruktur, die zu uns passen und dieselben Ziele verfolgen“. Die Kooperation soll fortgesetzt werden, erklärten Jochen Protzer, Dirk Lüerßen und Hubertus Winterberg, letzterer Chef der Wirtschaftsförderung Südwestfalen, unisono.
 

 

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