Ost trifft West — exquisite Kostbarkeiten des Art déco

|Leben und Kultur
Schminketui mit Chrysanthemen Rubine, Amethyst, Saphir, Onyx, Smaragd, Diamanten und Gold. Entwurf von Lacloche Frères, Ausführung Strauss, Allard & Meyer Paris, um 1928

Die Sammlung von Prinz und Prinzessin Sadruddin Aga Khan wird vom 5. Mai 2018 bis 6. Januar 2019 im Schuckmuseum Pforzheim ausgestellt. Die Eröffnung ist am Freitag, den 4. Mai um 19 Uhr.

Die gegenseitige Faszination zwischen Orient und Okzident hat seit der Antike immer neue Kunstformen hervorgebracht. Exotische Ornamentik von persischen Miniaturen oder japanischen Drucken, aus China und dem Nahen Osten ließen sich trefflich mit dem Wunsch nach dekorativem und außergewöhnlichem Luxus in der Zeit des Art déco verbinden. Ebenso waren die 1920er-Jahre durch technologischen Fortschritt und ra-sante Veränderungen in der Gesellschaft gekennzeichnet. Beides spiegelte sich in der (Schmuck-)Kunst jener Zeit wider, indem überbordende Motive und Farbigkeit in klare Formen und kühle Materialien ge-bracht wurden. Die Nécessaires, Zigarettenetuis und Uhren der Sammlung des Prinzen und der Prinzessin Sadruddin Aga Khan sind herausragende Zeugnisse davon. »Diese Glanzstücke der renommiertesten Pariser Juweliere hier im Schmuckmuseum zeigen zu können, bevor sie im Musée des Arts décoratifs in Paris zu sehen sein werden, ist etwas ganz Besonderes«, betont Museumsleiterin Cornelie Holzach.

Die Sammlung nahm ihren Anfang, als Prinz Sadruddin seiner Frau an Heiligabend 1972 eine exquisite Zierdose von Cartier schenkte. Daraus erwuchs mit 116 Stücken die größte Einzelsammlung an Etuis und Uhren des Art déco. Sie stammen zumeist von Cartier, aber auch von Van Cleef & Arpels, Boucheron oder Bulgari und waren allesamt persönliche Gaben Sadruddins an seine Frau. Von der Motivik her sind sie Ausdruck des reichhaltigen Kulturaustauschs zwischen Ost und West. Lieblingsthemen des Prinzen waren Gärten, Blumen, die Jagd, und Tiere, vor allem Großkatzen. 

Ein herausragendes Beispiel ist das »Panther«-Schminketui von Cartier aus dem Jahr 1925. Es zeigt einen Panther vor einer Szenerie mit Zypressen, den vornehmlichen Bäumen persischer Miniaturlandschaften, gearbeitet in Email sowie mit Perlmutt, Rubinen, Türkis, Onyx und Diamanten. Der Panther war möglicherweise auch von den Zeichnungen Paul Jouve inspiriert, der Rudyard Kiplings Dschungelbuch illustriert hatte. Im Vergleich zu Schmuck boten Nécessaires und Etuis eine ideale Fläche für Neuinterpretationen solch exotischer Motive. Dieses Meisterwerk war auf der Exposition internationale des Arts décoratifs in Paris 1925 ausgestellt. Neben Zigaretten- und Schminketuis befinden sich auch Uhren in der Sammlung Aga Khan, die meisterhaft ausgeführte Werke mit extravaganten Gehäusen kombinieren. 

Unter dem Titel »Jeweled Splendors of the Art Deco Era. The Prince and Princess Sadruddin Aga Khan Collection« ist 2017 bei Thames & Hudson in New York ein prächtiger Band über die Sammlung erschienen, der für 49 € im Museumsshop erhältlich ist.


Die Öffnungszeiten des Schmuckmuseums Pforzheim: Di bis So und feiertags 10 bis 17 Uhr (außer Hl. Abend und Silvester)

Eintritt in die Dauerausstellung 4,50 €, ermäßigt 2,50 €, z.B. mit der SWR2-Kulturkarte, 6 € Kombiticket mit dem Technischen Museum der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie, bis 14 Jahre und mit Museums-PASS-Musées frei.

Gruppenführungen auf Anfrage  und öffentliche Führung durch die Dauerausstellung sonntags 15 Uhr, 6,50 €, ermäßigt 4,50 €.

Weitere Informationen unter www.schmuckmuseum.de
 

Text-und Bildbasis: Schmuckmuseum Pforzheim

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