Stanztec: Heimspiel für Pforzheimer Studierende 

|Bildung und Forschung
Heimspiel: Pforzheimer Studierende nutzen die Stanztec, um Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen.

Die Stanztechnik und Pforzheim gehören zusammen. Symbolcharakter besitzt bereits der Veranstaltungsort der Stanztec als Fachmesse für Stanztechnik mitten in der Stadt, im CongressCentrum.

Drei Tage lang fokussiert der internationale Branchentreff auf Technologien, Produktionssysteme, Werkzeuge, Fertigungs-Know-how und natürlich auf Fachkräfte. Studierende der Hochschule Pforzheim besuchten deshalb am 21. Juni die Messe im Rahmen einer konzertierten Aktion der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald (WFG) und des Hochschulservice des Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP). 
Stanzen ist Pforzheim. Hier konzentrieren sich die Unternehmen der Branche wie sonst kaum irgendwo in der Republik und hier sitzt damit auch die Branchenkompetenz. Die Kaltumformbranche entlang der Enz ist hoch spezialisiert und boomt. Stanzteile aller Größen purzeln längst nicht mehr direkt von den Pressen auf den Markt, sondern verlassen die Unternehmen als hochveredelte Hightech-Produkte. Komplexe Produkte und aufwendige Verfahren erfordern hochqualifiziertes Personal, dieses ist jedoch rar. Ein Grund mehr für die ausstellenden Unternehmen der Branche die Messe auch intensiv für Eigenmarketing in Sachen Personal zu nutzen. Der Pforzheimer Stanzer-Mikrokosmos hat einen Aktivposten: Die Hochschule Pforzheim bildet in den Studiengängen Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen passgenaue Fachkräfte für die Unternehmen der Stanztechnik aus. Die Stiftungsprofessur Stanztechnik rundet das Kompetenz-Portfolio der Hochschule in diesem Bereich mit anwendungsspezifischen und auf Unternehmen zugeschnittenen Forschungsprojekten ab. 
Die Stanztec ist ein Heimspiel für die Studierenden und Teilnehmer am Career Walk. Der kompetent von Miriam Fieser (WSP) und Annette Beyer (WFG) geführte studentische Rundgang über die im zweijährigen Turnus stattfindende Messe als Schaufenster einer ebenso überschaubaren wie hochinnovativen Branche hat Tradition. Das Interesse der Studierenden an Informationen aus erster Hand war groß: Für die angehenden Maschinenbauingenieure aus dem vierten und sechsten Semester war der Rundgang ein Crashkurs in Sachen Stanztechnik und bot solides Wissen für die Planung weiterer Karriereschritte. Die Besuchsagenda zeigte einen repräsentativen Querschnitt durch die regionale Unternehmenslandschaft: Kübler Systemspulen GmbH, Ferd. Haecker KG, G. RAU GmbH & Co. KG, Härter Stanztechnik GmbH Co. KG, Heimerle + Meule GmbH, Carl Dillenius GmbH & Co.KG, Leicht Stanzautomation GmbH und Possehl Electronics GmbH waren Anlaufstellen der Studierenden.

Fakt ist: Das Thema Fachkräfte ist inzwischen oftmals Chefsache. An vielen Ständen wurden die Studierenden als potentielle Fachkräfte der Zukunft von Führungspersonal empfangen und kompetent wie zielgenau mit den Firmenspezifika vertraut gemacht. Wolfgang Härter, Chef des gleichnamigen Werkzeugbauspezialisten aus Königsbach-Stein, ließ es sich nicht nehmen, die Gruppe Wissbegieriger persönlich in die Details eines Folgeverbundwerkzeugs im Wert einer Eigentumswohnung einzuweihen. Die von den Unternehmen offerierten Einflugschneisen in die Welt der Stanztechnik sind vielfältig und reichen von Praktika über Semester- oder Bachelorarbeiten bis hin zu Werktätigkeiten während des Studiums. Entsprechende konkrete Angebote waren meist Bestandteile der Unternehmenspräsentationen an den Ständen. Was kommt in freier Wildbahn auf uns zu? Diese plakative Frage aus den Reihen der Studierenden beantwortete Stefan Kübler vom Systemspulenhersteller Kübler GmbH aus Neuweiler, der bereits ein klar umrissenes Projekt für angehende Ingenieure und deren Projekt- oder Abschlussarbeit parat hatte: „Wir benötigen einen speziellen Greifer für die automatisierte Fertigung und diesen zu konstruieren das wäre dann genau Ihre Aufgabe“. 
Dass die Studierenden als Fachkräfte der Zukunft in den regionalen Unternehmen der Branche hochwillkommen sind, war bereits vor dem Career Walk kein Geheimnis, jedoch waren die Teilnehmer an der Veranstaltung über die Offenheit der Unternehmensvertreter aus den Führungsetagen überaus positiv überrascht. Die WFG plant in Zukunft ihr Engagement in Sachen Fachkräfte stetig weiterzuentwickeln. „Wir sehen im erfolgreichen Format der Career-Walks einen hohen Mehrwert für regionale Unternehmen, um sich zu präsentieren und effektiv für Fachkräfte zu werben“, erklärt Jochen Protzer als Geschäftsführer der regionalen Wirtschaftsförderung.

Hintergrundinformationen Wissensregion Nordschwarzwald:
Die Wissensregion wurde gemeinsam von den fünf Hochschulen, den Stadt- und Landkreisen, den Kammern sowie unter der Federführung der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald ins Leben gerufen. Sie ist die Plattform des Technologie- und Wissenstransfers für Unternehmen und Hochschulen in der Region Nordschwarzwald. Sie dient dem Austausch sowie dem Anstoßen neuer Impulse und Entwicklungen. Ziel ist es, eine unkomplizierte Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen und den Unternehmen zu gewährleisten. Diese Zusammenarbeit und der positive Umgang mit dem Faktor Wissens tragen dazu bei, die Region Nordschwarzwald als attraktiven Lebens- und Arbeitsort zu positionieren und leisten dadurch einen Beitrag zur Fachkräftesicherung.

Text-und Bildbasis: WFG
 

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