Editorial des Geschäftsführers Jochen Protzer Februar 2021

|Arbeitswelt und Beruf

Sehr geehrte Damen und Herren,

die ankommenden Informationen, Nachrichten und Signale sind widersprüchlich. Gut ist, dass die Corona-Zahlen seit einiger Zeit deutlich runter gehen und die Maßnahmen wirken. Wichtig finde ich, dass sich der Arbeitsmarkt in der Region auch weiterhin robust zeigt. Und erfreulich ist auch, dass eine ganze Reihe von Unternehmen vergleichsweise solide Jahresabschlüsse für das abgeschlossene Jahr vorlegen können.

Gleichzeitig bieten einige Meldungen Anlass zu Sorge. Die Bereiche Gastronomie und Hotellerie leiden ebenso wie der stationäre Handel erheblich und die Situation für viele Solo-Selbstständige, für Kulturschaffende und viele anderen von Einschränkungen und Schließung betroffenen Betrieben ist extrem belastend. Die Auszahlung der Hilfsprogramme dauert häufig doch länger und die Bitte um Verständnis für die Bearbeitungsdauer kommt bei Betroffenen, die dringend auf konkrete Hilfe und Auszahlung warten, nicht wirklich verständnisvoll an. Die „Kurzarbeiterquote“ macht mir Sorge, denn mit 10,9% ist der Anteil der von Kurzarbeit betroffenen Beschäftigungsverhältnisse im Nordschwarzwald überdurchschnittlich hoch (Deutschland 7,6%; Baden-Württemberg 8,4%) und der Enzkreis zählt mit einem Anteil von 14,6% bundesweit zu den 10 Stadt- und Landkreisen mit den höchsten Werten. Das bedeutet, dass neben der vergleichsweisen niedrigen Arbeitslosenquote doch auch ein Risikopotential besteht.

Der Innovationsindex des statistischen Landesamts wird alle 2 Jahre gemessen und veröffentlicht. Darin werden wir in Baden-Württemberg auf einem „Tabellenplatz“ geführt, den wir gerne wieder verlassen würden. Im nationalen und internationalen Maßstab beneiden uns zwar viele um die Innovationskraft der regionalen Wirtschaft, dennoch ist das Signal klar und handeln gefragt. Ein Ansatz dazu ist der Innovationstag Nordschwarzwald, den wir zusammen mit der Hochschule Pforzheim am 09.03.2021 mit einem virtuellen Format veranstalten und das Thema Innovation unter verschiedenen Perspektiven beleuchten und dazulernen wollen. Sichern Sie sich Ihren Platz und melden sich an. Das Programm finden Sie hier.

Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Erfolgsgeschichte der Wirtschaftsregion Nordschwarzwald weiterzuschreiben, versuchen der Wandel ein Stück weit zu gestalten und in Bahnen zu lenken. Gerade in der Krise wird auch Zukunft gemacht. Begleiten Sie die vielfältigen Projekte, nutzen Sie die verschiedenen Angebote und Formate Ihrer regionalen Wirtschaftsförderung. Und jederzeit gerne können Sie uns Ihr Anliegen nennen, Ihre Frage stellen und Ihre Idee einbringen. Das aktuelle Zeitfenster ist gut geeignet, um sich mit Zukunft, mit Programmen, Perspektiven und (Förder-)Projekten auseinanderzusetzen.

 

Die Freude und Zuversicht lassen wir uns nicht nehmen. Bleiben Sie gesund und herzlich gegrüßt

Ihr Jochen Protzer

ALLE NEWS