Editorial des Geschäftsführers Jochen Protzer Juli 2020

|Unternehmen und Region

Sehr geehrte Damen und Herren,

die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind immens und die damit verbundenen Belastungen in vielen Bereichen dramatisch. Nach der Phase der akuten Krisenbewältigung in den letzten Monaten richtet sich der Blick nun auf das zweite Halbjahr 2020. Viele Fragen stehen im Raum: Wie wirksam und schnell sind die Hilfs- und Unterstützungsangebote? Mit welchen Ansätzen und Konzepten werden die enormen Herausforderungen angegangen?

Unter dem Motto „Nur Mut! Die Wirtschaft auf dem Weg aus der Corona Krise“ fand gestern eine digitale Wirtschaftskonferenz statt. Experten aus Wirtschaft und Politik setzten sich im engen Dialog mit Unternehmen und Akteuren aus der Region intensiv mit den aktuellen Fragestellungen auseinander, zeigen Chancen in der Krise auf und geben Handlungsempfehlungen. Ich freue mich besonders, dass wir Katrin Schütz, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium und weitere kompetente Referentinnen und Referenten gewinnen konnten.

Baden-Württemberg und die Region Nordschwarzwald gehören zu den Regionen in Deutschland, die aufgrund ihrer Branchenstruktur von der Corona Krise vergleichsweise stark betroffen sind. Die 10 Top Branchen der Region sind mit den meisten Arbeitsplätzen gerade in den Branchen tätig, in denen die Auswirkungen von Corona am stärksten spürbar sind. Im Nordschwarzwald haben bis einschließlich Juni 6.262 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt, die Zahl der Betroffenen Beschäftigten liegt dabei bei 108.941. Das bedeutet, dass in der Region fast die Hälfte aller Arbeitsplätze von Kurzarbeit betroffen sind. Kurzarbeit ist ein ausgezeichnetes Instrument zur Krisenbewältigung und eine Chance, dass der Weg „überbrückt“ werden kann, bis wieder eine normale Beschäftigung möglich ist. Wir wissen aber auch um das Risiko, dass diese Brücke am Ende nicht für alle zurück in den Job führt. Um das bisherige niedrige Niveau der Arbeitslosigkeit, beneiden uns andere Regionen. Aber die Entwicklung der kommenden Monate bleibt abzuwarten und lässt derzeit nur vorsichtigen Optimismus zu.

Viele der angebotenen Programme  und Maßnahmen müssen konkretisiert und umgesetzt werden. Man muss dann darauf achten, ob die gewünschte Wirkung eintritt und bei Bedarf nachsteuern. Unsere Aufgabe wird sein, Orientierung zu bieten, über die Hilfsangebote zu informieren und Unternehmen zu helfen, ihre nächsten Schritte erfolgreich zu gehen. Die Situation ist schwierig und es braucht bei allen Sorgen auch Zuversicht, denn Wirtschaft hat bekanntlich viel mit Psychologie zu tun. Wir sehen den bedrohlichen Schatten über der Wirtschaftsregion, aber auch schon einiges an Licht und Chancen. Die Welt wird nicht untergehen und die Zukunft hängt immer davon ab, was wir daraus machen. Was wir auf allen Ebenen brauchen sind realistische Optimisten und bei allem Tun eine große Portion Mut.

Über die aktuelle Krisenbewältigung hinaus brauchen wir weitere Impulse in der Region, gerade an den Schnittstellen von Wirtschaft und Wissenschaft, bei der Digitalisierung, der Künstlichen Intelligenz und der Transformation. Dazu gehört der weitere Ausbau der flächendeckenden Breitbandversorgung in der Region, aber auch die Ansiedlung und Gründung von Forschungseinrichtungen.

Für alle Ihre Fragen haben wir ein offenes Ohr und stehen auch weiterhin eng an der Seite der regionalen Wirtschaft. Kontaktieren Sie uns einfach unter der Mailadresse corona(at)nordschwarzwald.de oder unter der Telefonnummer 07231-154 369-0, gerne auch mich persönlich.

Im Namen der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute!

Bleiben Sie gesund,

herzlichst

Ihr Jochen Protzer

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